Zur Kritik der Anthroposophie

“Sehen Sie, so hat sich die Sache entwickelt, dass diese fünf Rassen entstanden sind. Man möchte sagen, in der Mitte schwarz, gelb, weiss und als ein Seitenhieb des Schwarzen das Kupferrote, und als ein Seitenzweig des Gelben das Braune – das sind immer die aussterbenden Teile. Die Weissen sind eigentlich diejenigen, die das Menschliche in sich entwickeln.”
Rudolf Steiner (GA 354, S. 62f.)

Introduction Round…
Es ist schon vieles über die Anthroposophie geschrieben worden. Für die DogmatikerInnen dieser Lehre ist es ein Weg des Erkenntnisgewinns über geistige Welten. Für die “ganz normalen” AnhängerInnen (wie z.B. Eltern, die Ihre Kinder auf Waldorfschulen schicken) ist es ein Weg um zu einer “Erziehung in Freiheit” zu gelangen. Während uns bei letzteren eine gehörige Portion Enthusiasmus begegnet, sind erste knallharte TheoretikerInnen, die im Begründer der Anthroprosophie, Rudolf Steiner, nicht nur einen Pädagogen sehen (dessen theoretische Impulse im Sinne einer kritischen Erprobung seiner Thesen sicherlich eine genauere Betrachtung finden müsste), sondern den Begründer eines ganzen Weltbildes, eines “geschlossenen” Systems, in dem Veränderung eben nicht mehr möglich ist.
Gleichzeitig “wirkt” Steiner in einer Zeit, die durch eine Entwicklung der Produktivkräfte (also der beispielsweise der Technisierung der Industrie durch Fließbänder) und der Monopolisierung ganzer Bereiche (so zum Beispiel der Schwerindustrie) gekennzeichnet ist. Der erste Weltkrieg und die daraufhin folgende Veränderungen der politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (zum Beispiel die Begründung des “realen Sozialismus” in Russland bzw. Erkämpfung einer bürgerlich-parlamentarischen Demokratie in Deutschland) haben auch auf Steiner gewirkt. So entsteht in dieser Zeit sein Konzept einer Dreigliederung der Gesellschaft, die auch noch heute ihre AnhängerInnen findet, die in Steiners Sinne wirken.
Steiner ist von der deutschen Romantik zutiefst geprägt, einer Blut und Boden Romantik, die in Deutschland (der zu spät gekommenen Nation, die nun teilhaben wollte an Kolonien und Eroberungen und dies auch lauthals kundtat) ihre spezifische Ausformung fand. In allen anderen “Kulturen” haben diese Auswüchse nie dieses Ausmaß angenommen. Sie waren unwichtige Randerscheinungen der Geschichte, bzw. wurden durch neue Formen idealistischer Geschichtsphilosophie dialektisch überwunden.
Steiners völkisches Weltbild, an das Faschisten nahezu nahtlos anknüpfen können, ist in diesem Sinne, noch nicht untersucht worden. Die meisten KritikerInnen beriefen sich auf einzelne (zum Teil sogar aus dem Kontext gerissene) Zitate aus dem Steinerschen Gesamtwerk. Ein Umstand der Aufgrund Steiners Gesamtlehre durchaus verständlich scheint. So triefen Steiners Werke von einem menscheinfeindlichen Biologismus, der zu dieser Zeit den politischen Mainstream durchsetzt hatte. Damit ließen sich in der Vergangenheit die meisten Zitate entkräften. Mit dem Hinweis, dass solch “Meinungen” eben dem alltäglichen Weltbild eines gebildeten Europäers der 20 Jahre des letzten Jahrhunderts gehört hätten, dass es also “Normal” wäre, solche Zitate in diesen Zeiten zu finden.
Nun liegt es uns fern, Rassismus und Biologismus in den 20′er Jahren zu leugnen. Bis in weite Teile des politischen Bürgertums gab es Rassismus und Antisemitismus. Selbst in “der Linken” ist dies (mal ab von den Vorstellungen einer Sozialfaschismustheorie und sonstigen biologistischen und scholastischen Weltbildern.) öfter der Fall gewesen [1
als sich das heutige Linke – mit den Erfahrungen des Nationalsozialismus – so vorstellt.
Doch muss mensch, um die ideologischen Konflikte zu verstehen, der “Linken”, bei aller berechtigten Kritik, zu gestehen, dass sie eben nicht das war, was aus allerlei esoterischen Zirkeln gekrochen kam und Partei wurde: Der deutsche Faschismus in seiner eleminatorischen Prägung. Steiner hat sich in dieser Zeit – zumindest theoretisch – auf der Seite der Rechte wieder gefunden.


Rudolf Steiner

Schon zu Zeiten des ersten Weltkrieges, als KriegsgegnerInnen und AntimilitaristInnen in die “reichsdeutschen Knäste” eingeliefert wurden, bezog Steiner (bis kurz vor Ende des Krieges) – klar Stellung für den deutschen Imperialismus und für die kämpfenden deutschen Soldaten [2].
Während andere [3] versuchten, dem Morden auf den Schlachtfeldern Europas Einhalt zu gebieten [4] standen die “Anthroposophen” auf der sprichwörtlich anderen Seite der Barrikade.
Kein Wunder, finden mensch in Steiners Theorien eine Art Theorie des kulturimperialistischen “Backclash der Europäer” (bzw. vor allem der Deutschen) gegen die “dunklen Kräfte” – die dem asiatischen Kulturraum angehören. Von dieser Ansicht ist es nicht mehr weit zu anderen Theorien, die dem Deutschen Reich eine Mission oktroyiert, nämlich für Frieden und Freiheit und damit gegen den Würgegriff des “russischen Despotismus” vorzugehen. Diese These entsprach dem bürgerlichen Mainstream dieser Zeit, nicht ganz zu unrecht erkannte Kaiser Wilhelm II in den ersten Kriegstagen “keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche“. Selbst die Organisationen die sich gegen den Eintritt Deutschlands in den (absehbaren) Weltkrieg ausgesprochen hatten (z.B. die SPD) unterstützten nun das Morden an den Fronten.
Steiner füllte in dieser Zeit noch keine Säle , sondern stellte seine Theorien einem kleinen Kreis – bestehend aus esoterischen Laien, alten Okkultisten und reaktionären “jungen Christen” [5] – vor. Einem Kreis, dem sich in den Nachkriegswirren (6) rasch vergrößerte. Nachdem Steiner – aus der Konkursmasse der “Vorgängerfirma” namens theosophische Gesellschaft – mit anderen die Anthroposophische Gesellschaft gegründet hatte. Hier fanden sich auch finanzkräftigere Intellektuelle [7] die die “Einrichtungen” der Anthroposophie finanziell unterstützten. Die erste Waldorfschule wurde – die Novemberrevolution war gerade gescheitert und die organisierten ArbeiterInnen verlangten u. a. Bildung für ihre Kinder – vom Tabak Konzern Waldorf-Astoria erbaut und finanziert. Eine weitere (erwähnenswerte) Unterstützerin ist die Familie des späteren Hitler Stellvertreters Rudolf Hess, der als “nach oben gekommener” des Nationalsozialismus auch aus “taktischen Gründen” [8] in diese Einheiratete und zu einem der Verfechter der biologisch-dynamischen Landwirtschaft wurde.
Trotz dem muss an dieser Stelle Fairerweise betont werden, dass der Nationalsozialismus kein näheres Interesse an der Anthroposophie hatte, weil die Steinerschen Ideen doch zu sehr im Sinne eines geschlossenen Weltbildes wirkten. Denn der Nationalsozialismus – hier in seiner Funktion als “Vereinheitlichung der radikalsten Ideen des deutschen Irrationalismus” [9] – wollte solch’ eine Konkurrenz im Herrschaftsgefüge auf Dauer nicht dulden. Die Anthroposophie war bis 1941 (dem Jahr in dem der NS durch seinen Überfall auf die Sowjetunion und dem Beginn der Industriellen Vernichtung des “unwerten” Lebens in Auschwitz und anderswo seine “besondere Qualitäten” offenbarte) legal operierende Organisation. Erst mit der “totalen Mobilmachung” Joseph Göbels im “totalen Krieg” [10] wurden die Anthroposophen verboten. Gerade deswegen muss auf die qualitativen Differenzen in der Behandlung des NS mit allen anderen politischen GegnerInnen hingewiesen werden. Sowie mit anderen Andersgläubigen wie z.B. den Zeugen Jehovas oder der Bekennenden Kirche, deren Organisationen spätestens 1936 (also zur Zeit der Verkündung der Nürnberger Rassengesetze, die die Ehen zwischen JüdInnen und Deutschen verboten und den Juden mannigfaltige Nachteile erbrachte, beispielsweise Berufsverbote) beziehungsweise früher, d.h. 1933 (also zur Zeit der Machtübergabe des konservativen Establishment an den Nationalsozialismus) verboten wurden und deren VertreterInnen in die Konzentrationslager geschickt wurden. Nicht anders gestaltetet sich die Behandlung der politischen GegnerInnen, allen voran AntifaschistInnen aus der Kommunistischen Partei (K.P.D.) und der Sozialdemokratischen Partei (S.P.D.), deren Organisationen direkt nach der Machtübergabe verboten und zerschlagen wurden. Mehr als die Hälfte der MitgliederInnen der K.P.D. wurden während des Nationalsozialismus ermordet.
Das genau dies, den qualitativen Unterschied zum “Verbot” der Anthroposophie darstellt, sollte selbst einem Menschen klar sein, der sich nur rudimentär mit der Thematik des Nationalsozialismus auseinandergesetzt hat. Das diese qualitative Differenz in der Behandlung, eben auf Gemeinsamkeiten der Ideologien beruht, die natürlich näherer Untersuchungen bedürfen, ist klar.


Anthroposophischer Wallfahrtsort

Realität ist für uns kein undurchschaubarer Gegenstand, kein im Nebel der verschiedenen Strömungen verschwindendes Objekt, sondern ganz im Gegenteil ist der Mensch (trotz seines individuell-subjektiven Art) in der Lage die reale Welt so weit wie möglich zu objektivieren. Das dafür natürlich ein Weg des Erkenntnisprozesses angewandt werden muss, ist das einzig einigende zwischen uns und den AnhängerInnen der Anthroposophie. Über die Art des Erkenntnisprozesses sind wir grundsätzlich unterschiedlicher Auffassung. Wir selbst sind durch die Waldorfbewegung “sozialisiert” worden, ein Umstand der uns öfters zu unkritischen BeobachterInnen der Anthroposophie werden ließ, schließlich wirkt der Quast aus Waldorfschule, Biohof und Gemeinschaft einfach “zu nett”, um zu “glauben” dass solche Menschen etwas “böses” wollen. Mit moralischen Kategorisierungen ist es eben nicht möglich, der Anthroposophie “beizukommen” (wir geben aber gerne zu, dass diese Motivation einen nicht unerheblichen Anteil an der Entstehung dieses Textes hatte). Denn der Waldorflehrer kann der netteste Mensch sein, jedoch können wir ja auch Katholiken mögen, ohne selbst an die göttliche Empfängnis Marias zu glauben.
Mit solchem Irrationalismus, hat sich ein anderer Philosoph, nach den Erfahrungen des Nationalsozialismus, beschäftigt. Ihm ging es darum aufzuzeigen, dass die Grundlagen für den Nationalsozialismus schon viel früher, in der gesamten deutschen (!) idealistischen Philosophie, angelegt war. Die Faschisten konnten also an Vorsatzstückchen (die wir z.B. bei Nietzsche, Wagner oder Steiner finden), aus dem Weltbild des “Irrationalismus” anknüpfen, um diese zu verallgemeinern. Der Nationalsozialismus, dass ist ein Teil seiner Spezifik die Ihn in Theorie und Praxis von Rechtskonservativen Ideen unterscheidet, versuchte nämlich Hegemonie über “konkurrierende” Gruppen und Organisationen zu erlangen. Hegemonie meint in diesem Sinne, natürlich “Einverleibung” in die “Volksgemeinschaft”. D.h. das es den Nationalsozialisten gelang es z.B. Teile der anthroposophischen Theorie in ihr Weltbild zu übernehmen.
Das die Anthroposophen, statt der Organisation des Widerstands gegen das Regime, diesem noch nicht einmal Ablehnend gegenüberstanden, sondern vor allem die “Gemeinsamkeiten” zwischen Nationalsozialismus und Anthroposophie Herraustellten, ist eine Fußnote der Geschichte, die Angesichts der Shoa, nicht nur einen “bitteren Beigeschmack” besitzt, sondern eben aufzeigt, dass die Anthroposophen in keiner Weise in der Lage waren, die Realitäten zu erkennen und zu verändern. Im besten Fall war dies politische Blindheit, aber realer – den historischen Gegebenheiten entsprechend – erscheint uns doch, dass es keinen Widerspruch zwischen Nationalsozialismus und Anthroposophie gab.
Erst nachdem Hitler Stellvertreter Rudolf Hess einen “Freiflug” nach England angetreten hatte, um eine Art Waffenstillstand zu verhandeln, wurde diese Strömung des Nationalsozialismus von der “Hitleristischen Fraktion”, ausgeschaltet.
Auch heute gibt es so eine Strömung im deutschen Nationalsozialismus, die vor allem vom Deutschen Kolleg (einem Think Tank der Faschisten) um die Alt 68′er Reinhold Oberlercher und Horst Mahler vertreten wird.
Da die Anthroposophie in keiner Weise hegemonial ist, d.h. dass nach Steiners Tod eine Differenzierung in verschiedene Abstufungen des Irrationalismus und der Dogmatik stattgefunden haben, werden wir an einigen Beispielen beleuchten.
Falls ein einfacher “Einstieg” in die Materie gewünscht wird, können wir nur “Aus der Waldorfschule geplaudert – Entäuschte Eltern berichten” [11] empfehlen. Unter dem vielen Schund, der über die Anthroposophie und von den Anthroposophen verbreitet wird, ist dieses handliche Taschenbuch sicherlich empfehlenswert.


1 )

“Sie rufen auf gegen das Judenkapital, meine Herren? Wer gegen das Judenkapital aufruft, meine Herren, ist schon Klassenkämpfer, auch wenn er es nicht weiß. Sie sind gegen das Judenkapital und wollen die Börsenjobber niederkämpfen. Recht so. Tretet die Judenkapitalisten nieder, hängt sie an die Laterne, zertrampelt sie. Aber meine Herren, wie stehen Sie zu den Großkapitalisten, den Stinnes, Klöckner…?”

so das damalige Mitglied des Zentralkomitees der KPD Ruth Fischer, vergleiche: “Antizionismus” in der KPD der 1920er-Jahre, Context XXI 3-4/2005, Olaf Kistenmache
2)

“(…) Nie habe ich ihn durch die Kriegsjahre hindurch einen intimen Vortrag halten hören, ohne das er die Gedanken aller Zuhörer auf die draußen Kämpfenden und auf die Gefallenen gerichtet worden wäre. (…) Seine Liebe gehörte der deutschen Weltaufgabe, aber es war eine Liebe der Hoffnung und der Sorge (…).”

Quelle: Rittelmeyer: Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner, Urachus Verlag, 1970, Seite 83 ff
3) Beispielsweise wurde der Reichstagsabgeordnete Karl Liebknecht während einer Antikriegsdemonstration 1916 verhaftet und verblieb bis zum Ende des Krieges im Gefängnis. Ein weiteres Beispiel ist Rosa Luxemburg, einer revolutionären Sozialdemokratin, die wegen ihrer Antikriegsarbeit ebenfalls in Haft saß. Die beiden wurden 1918 von faschistischen Freicorps ermordet, nahmen Zeit ihres Lebens aber keinen Abstand von ihrer Idee, den Krieg durch das Beseitigen der realen Ursachen für immer zu verhindern.
Es klingt auf die Propagandisten des Mainstreams – zu denen eben auch Steiner zählte – gemünzt, wenn Liebknecht “Die Herrausbildung “(…) eines hündischen Kadavergehorsams und eines Landsknechtübermutes gegen die Masse der Zivilibevölkerung (…)” beklagt und die Militärmachenerie als das bezeichnet was sie ist, Erziehungsinstrument um die Menschen “(…) nach ihrer Entlassung, geeignet zu machen, den herrschenden Klassen in wirtschaftlicher und politischer Beziehung (…)” gefügig zu machen.
Solch tiefgreifender “Vulgärmarxismus“, der immerhin die Grundlage für eine Analyser der Ursachen und Triebkräfte der damaligen imperialistischen Kriegspolitik hätte sein können, darf man bei Steiner nicht erwarten.
Quelle: Karl Liebknecht, Gesammelte Werke und Schriften, Band III, 478 ff
4)

“(…) Am 1. Mai rufen wir vieltausendstimmig: Fort mit den ruchlosen Verbrechern des Völkermordes! Nieder mit seinen verantwortlichen Machern, Hetzern und Nutznießern! (…) Schluß mit dem Kriege! Wir wollen Frieden! (…)”.

So ruft beispielsweise der Spartakusbund zu Antikriegsprotesten zum 1.Mai 1916 auf. Quelle: Karl Liebknecht, Ausgewählte Reden, Briefe und Aufsätze, Berlin 1952, S. 399 ff
5) Die nach einer “neue Auslegung” der Bibel suchten. Diese Auslegung begriff zum einen “Gott” nicht mehr als “anderes Wesen”, sondern als eine Art geistigen Prozeß der Entwicklung. Einige ließen dem “deutschen Volk” eine besondere Aufgabe bei der Erfüllung dieser geistigen Prozesse zukommen. Die Bibel selbst wurde als “materialistische” Auslegung der realen Ereignisse aufgefasst.
6) vgl. Nick Brauns: Die Schlageter-Verwirrung, Der Flirt der KPD mit dem Nationalbolschewismus im Ruhrkampf 1923, junge Welt vom 21.06.2003
7) Zum Beispiel Ludendorff, ein Militär, der eine führende Rolle in national-reaktionären Kreisen und sowohl am Kapp- als auch am Hitlerputsch aktiv beteiligt war. In dem auf den Hitlerputsch folgenden Prozess wurde er aber trotz des schwerwiegenden Belastungsmaterials freigesprochen. Seine Funktion war die eines Bindegliedes zwischen Konservativer Ideologie und den Faschisten.
8) Rudolph Hess “schützte”, nach Aussage seiner Frau Ilse Hess, einer der Anthroposophie nahe stehenden Nationalsozialistin, die Anthroposophen

“(…) Mein Mann hat durch die Verbindung mit Frau Dr. Klein s. Zt. seine schützende Hand über die Waldorf-Schulen gehalten mit dem Hinweis, dass er dafür sei, diesen pädagogischen Versuch arbeiten zu lassen. Nach seinem Abflug 1941 hat Bormann alle diese Dinge aus dem Arbeitsbereich meines Mannes radikal gestrichen. (…)”


9) Gemeint ist in diesem Kontext der Hinweis: Dass der Überbau des Kapitalismus lange vor der Machtübergabe an den Nationalsozialismus Ansatzpunkte und Grundlage für das Entstehen dieser Ideologie lieferte. Hitler kam nicht aus dem Gulli gekrochen und war einfach da, sondern konnte seine Organisation und seine Theorie in aller Ruhe aufbauen und dabei auf eine Fülle von Vorsatzstückchen des spezifisch deutschen Überbaus zurückgreifen.
10) Mit dieser Rede wurden die Bevölkerung auf den von Göbels so tituliertem “totalen Krieg” vorbereitet. Dieser sah eine weitere Rücknahme der Lebensverhältnisse der “Normalbevölkerung, bei forcierter Ausbeutung der “Untermenschen“vor. Mit diesem Einschwören wurden auch Organisationen überflüssig, die vorher innerhalb des Nationalsozialismus bestimmte Herrschaftssichernde Funktion inne hatten, da sie die Gräuel des Nationalsozialismus zu mindest stillschweigend hinnahmen und nach außen (zum Beispiel für die Auslandspresse) für einen gewissen “Pluralismus” sorgten, natürlich in pervertierter Form.
11) Aus der Waldorfschule geplaudert – Enttäuschte Eltern berichten, Alibri Verlag, 2004


Empfehlungen