Wenn der Mob diskutiert.

Die anthroposophische Zeitschrift Info3 berichtet in ihrer Ausgabe 6/2006, dass der emetrierte Professor für Philosophie an der Ruhr Universität Bochum Dr. Lothar Udert, im Rahmen einer Veranstaltung des faschistischen Collegium Humanum unter dem Namen “Die Ideen des völkischen Staates” einen Beitrag zur sog. “Dreigliederung” gehalten hat.
Dr. Lothar Udert hatte sich ab den 70′er Jahren in “akademischen Kreisen für das erkenntnistheoretische Grundlagenwerk Rudolf Steiners eingesetzt”. [siehe 2]
Das Collegium Humanun ist ein faschistischer Think-Tank, der den Nazis auf der Strasse, die Legitimation für ihre Taten liefert. Gegründet wurde es von dem Pfarrer der Christengemeinschaft Werner Haverbeck.
Werner Georg Haverbeck war schon 1929 Mitglied der Reichsleitung der NSDAP-Studentenschaft. 1933 berief ihn der “Hitlerstellvertreter‘’ Rudolf Hess zum Leiter der “Reichsmittelstelle für Volkstumsarbeit‘’, einer Großorganisation des NS-Regimes, die u.a. an der Organisation der Nürnberger Parteitage maßgeblich beteiligt war. „Nach 1945 wandte Haverbeck sich der anthroposophischen Glaubensrichtung zu (…). Auch im Collegium fanden zahlreiche Seminare zu ökologischen, esoterischen und anthroposophischen Themen statt [1].”


Werner Haverbeck.

Das Collegium Humanum arbeitet heute eng mit Horst Mahler zusammen. Dieser ist ein Anhänger eines offenen Nationalsozialismus und hat die “Nationaldemokratische Partei Deutschland” (NPD) wegen deren angeblicher parlamentarischer Ausrichtung.verlassen. Dr. Udert befindet sich also in offener faschistischer Gesellschaft, könnte mensch denken.
Im Ankündigungstext der Veranstaltung hieß es unter anderem:

“Im Nationalsozialismus entwickelte Hitler eine echte Alternative zu Demokratie und Diktatur (…), es handelt sich um den einzigen (…) Weg zur Gestaltung des Volkstaates [2].”

Das ist eigentlich eindeutig. Zu eindeutig für den anthroposophischen Professor. Denn der lässt auf seiner Homepage verlauten, dass das Seminar gar nicht stattgefunden habe.

“Eine Distanzierung (…) erfolgte allerdings nicht [2]”

Das scheinen ihm wiederum seine etwas humanistischeren Nachfolger nicht zu glauben. So äußert sich beispielsweise Jens Heisterkamp in einer verbalen Distanzierung.

Seine heutige Nähe zu rechtsextremen Zusammenhängen macht mich fassungslos und traurig”

Die Frage, warum gerade verschiedenen Anthroposophen immer wieder die Nähe zu den Menschen suchen, die sich positiv auf den Nationalsozialismus beziehen und in deren Ideologie die Vernichtung anderer Menschen zwingend angelegt ist, wurde mal wieder nicht beantwortet.

1] Quelle: Antifa West
2] Vgl. Info 3, 6/2006, Seite 6.
3] Quelle: Lothar Udert
4] Vgl. Info3, 6/2006, Seite 6.


1 Antwort auf “Wenn der Mob diskutiert.”


  1. 1 bigmouth 08. Januar 2007 um 13:24 Uhr

    aus gründen der fairness sollte zumindest dieser linkhinweis noch kommen:

    http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/lothar.udert/aktuell.html

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